Das Schloss — Hörgeschichte für Erwachsene zum Entspannen

Shownotes

Man kennt diesen Weg. Man hat ihn das erste Mal als Kind gegangen — vierte Klasse, Schulausflug. Durch den Torweg, diese Kühle aus dem Stein, dieser Geruch, der anders ist. Dann der Hof, der sich öffnet, das Viereck Himmel. Die Moorleiche, die rötlich war, und die Frage, die blieb: warum rötlich. Das Nydamboot, dreiundzwanzig Meter, siebzehnhundert Jahre alt. Man kommt zurück — als Erwachsener, mit der Frau, mit dem Kind. Immer derselbe Durchgang, immer dieselbe andere Luft. Jedes Mal ein anderer Mensch, der hindurchgeht.

Stille Orte — ruhige Geschichten von stillen Orten und Momenten. Jeden Freitag eine neue Episode.

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Transkript anzeigen

00:00:00: Das Schloss

00:00:01: Man kennt diesen Weg. Man ist ihn das erste Mal als Kind gegangen. Vierte Klasse. Mit der Schule. Mit all den anderen Kindern. Die auch nicht wussten, was sie erwartete. Die aufgeregt waren. Oder gelangweilt. Oder beides. Ein Schulausflug.

00:00:18: Das ist etwas Besonderes. Das weiß man als Kind.

00:00:21: Kein Unterricht. Stattdessen: ein Bus. Stattdessen: Schleswig. Stattdessen: das Schloss. Man sitzt im Bus. Die anderen sitzen auch.

00:00:32: Manche reden. Manche schlafen fast.

00:00:34: Man schaut aus dem Fenster. Man fährt durch Schleswig. Die Straßen kennt man.

00:00:40: Aber vom Bus aus sehen sie anders aus. Höher. Fremder fast.

00:00:44: Dann hält der Bus. Man steigt aus. Die Luft ist anders als im Bus. Frischer. Mit Schlei.

00:00:51: Man steht vor dem Schloss. Man schaut. Dieses Schloss, das man von der Schlei kannte. Immer von der anderen Seite. Immer von weitem. Das man jetzt von vorne sieht. Von nah. Das einem nah ist.

00:01:05: Die Lehrerin sagt etwas. Über die Geschichte des Schlosses. Über die Herzöge.

00:01:11: Man hört vielleicht zu. Dann geht man. Dann ist der Durchgang.

00:01:15: Man war aufgeregt. Das weiß man noch.

00:01:18: Dieses Ausflugsgefühl. Diese andere Stimmung. Kein Unterricht. Stattdessen: ein Ausflug. Stattdessen: Schleswig. Stattdessen: das Schloss.

00:01:28: Schleswig. Man kennt diese Stadt.

00:01:31: Man ist hier aufgewachsen.

00:01:32: Man hat die Schlei immer gekannt.

00:01:34: Diese Schlei, die immer da war. Und das Schloss, das auf seiner Insel liegt. Das zur Stadt gehört. Wie die Schlei zur Stadt gehört.

00:01:43: Von der Stadt aus sieht man es.

00:01:45: Dieses Schloss, das im Wasser steht. Fast.

00:01:48: Diese Insel, die die Schlei umgibt.

00:01:51: Diese Lage. Diese Silhouette.

00:01:53: Als Kind sieht man das Schloss und denkt: da will ich rein. Oder man denkt es nicht.

00:01:59: Man sieht es einfach. Man weiß: da ist das Schloss. Da ist Gottorf. Und dann die vierte Klasse.

00:02:06: Und dann dieser Ausflug. Und dann dieser Durchgang. Diese andere Welt. Die Stadt, die man kennt. Die Schlei. Der Dom. Und das Schloss. Das Schloss Gottorf, das auf seiner Insel liegt. Das man von der Stadt sehen kann. Das immer da ist. Das man als Kind trotzdem nicht kannte.

00:02:24: Von innen. Der Durchgang. Das ist das Erste, was man sich merkt.

00:02:29: Dieser Durchgang, der ins Schloss führt.

00:02:31: Der Torweg. Dieser Bogen aus Stein. Den man passiert. Der einen annimmt. Der einen hineinlässt.

00:02:38: Man geht hindurch. Als Kind ist das viel.

00:02:41: Als Kind ist dieser Bogen sehr groß. Größer als alles, was man bis dahin kannte.

00:02:47: Dieser Stein, der alt ist. Dieser Geruch, der anders ist. Diese Kühle, die aus dem Durchgang kommt. Als hätte der Stein die Kälte gespeichert. Jahrhunderte lang.

00:02:58: Diese andere Luft. Diese andere Welt.

00:03:01: Man ist auf der einen Seite. Man geht hindurch. Man ist auf der anderen Seite. Man geht hindurch und ist im Schloss. Im Hof.

00:03:09: Dieser Hof, der sich öffnet. Der von Gebäuden umgeben ist. Der nach oben offen ist. Nur nach oben.

00:03:16: Als Kind schaut man nach oben. Man

00:03:18: schaut auf die Fassaden. Man

00:03:20: schaut auf die Fenster. Man

00:03:22: schaut auf das Dach. Man schaut auf den Himmel darüber. Auf dieses Viereck Himmel.

00:03:27: Das der Hof ausschneidet. Und denkt: das ist groß.

00:03:31: Das ist wirklich groß.

00:03:33: Größer als die Schule. Größer als alles.

00:03:36: Dieses Schloss, das man von außen kannte. Das man von der Schlei sehen konnte. Das jetzt von innen ist.

00:03:42: Schloss Gottorf. Der Name kommt von Gott und Furt. Die Furt Gottes.

00:03:48: Dieser Übergang. Diese Stelle, an der man die Schlei queren konnte. Schon vor Jahrhunderten. Schon vor dem Schloss. Wo das möglich war.

00:03:56: Erstmals erwähnt um elfhundert sechzig. Unter Bischof Occo. Damals noch eine Burg. Keine Residenz. Kein Museum. Nur eine Burg an einem Übergang. An der Furt. An der Gottorfer Furt. Die dem Ort den Namen gab. Gott und Furt. Gottorf.

00:04:14: Dann die Jahrhunderte. Die Herzöge. Die Bauten. Die Erweiterungen. Die Sammlungen. Die Bibliothek. Die Kunstkammer.

00:04:23: Friedrich der Dritte.

00:04:24: Dieser

00:04:24: Herzog, der im siebzehnten Jahrhundert regierte. Der bauen ließ. Der sammelte. Der diesen Ort zu einem der bedeutendsten Höfe seiner Zeit machte.

00:04:34: Man geht durch dieses Schloss. Man geht durch diese Geschichte. Die unter den Füßen ist. Die in den Mauern ist. Die in diesem Stein ist. Den man berühren könnte. Wenn man es darf. Wenn man sich traut. Die man spürt manchmal. Wenn man aufmerksam ist. Wenn man nicht nur schaut. Sondern auch hört.

00:04:56: Das Schloss war früher eine Residenz. Herzöge

00:04:59: haben hier gewohnt. Friedrich der Dritte.

00:05:04: Dieser Herzog, der Globen in Auftrag gab. Der Sammlungen anlegte. Der hier lebte. An diesem Ort. Den man jetzt betritt.

00:05:18: Die Räume des Schlosses.

00:05:20: Man geht von einem in den nächsten. Jeder anders. Jeder mit seiner Geschichte.

00:05:28: Die Gotische Halle. Die früher die Bibliothek beherbergte. Jetzt Museum.

00:05:35: Diese Decke. Diese Proportionen. Die man sich anschaut und denkt: das haben Menschen gebaut. Mit ihren Händen. Mit Stein. Mit Zeit.

00:05:50: Die Fayencen. Diese Keramiken aus dem Ostseeraum.

00:05:55: Diese Sammlungen, die einer anlegte. Der sie wollte. Der das Schöne wollte.

00:06:02: Der das Handwerk wollte.

00:06:06: Die Gemälde. Von Lucas Cranach.

00:06:09: Man schaut auf diese Bilder. Man steht davor.

00:06:14: Man weiß nicht immer, was man schaut. Aber man schaut.

00:06:20: Drei Millionen Fundstücke.

00:06:23: Das Archäologische Landesmuseum hat drei Millionen Fundstücke.

00:06:29: Man hört das. Man kann es nicht vorstellen.

00:06:33: Drei Millionen. Von der Steinzeit. Hundertzwanzigtausend Jahre. Neandertaler.

00:06:44: Die ältesten Gegenstände wurden vor hundertzwanzigtausend Jahren gemacht. Von einem Menschen, der kein Mensch war. Wie wir. Oder doch.

00:06:57: Man geht durch dieses Museum. Man geht durch diese Zeit.

00:07:02: Steinzeit. Bronzezeit. Eisenzeit. Das Mittelalter. Und dann man. Die Gegenwart.

00:07:15: Das ist eine merkwürdige Bewegung. Diese Zeitreise, die man macht. Von Raum zu Raum. Von Jahrtausend zu Jahrtausend. Und überall diese Dinge. Die Menschen machten.

00:07:30: Die Menschen nutzten.

00:07:32: Die Menschen hinterließen.

00:07:36: Das Museum trägt vieles. Das Museum hält vieles.

00:07:41: Alles, was es kann. Von der Steinzeit bis heute. Alles in diesem einen Gebäude. Auf dieser einen Schlossinsel.

00:07:53: Man geht durch die Räume. Der Hirschsaal. Dieser festliche Raum. Neunzehnhundert Neunzehn. Neunzehnhundert einundneunzig. Fünfzehnhundert einundneunzig. Man rechnet. Das ist vierhundert Jahre. Fast. Dieser Saal ist vierhundert Jahre alt. Diese Wände. Diese Decke. Dieses Holz. Man steht drin und denkt an die Menschen, die hier standen.

00:08:25: Die feierten. Die tranken. Die lachten.

00:08:31: Die hier lebten. In diesem Saal. Vor vierhundert

00:08:36: Jahren. Maya

00:08:38: fragt: warum so viele Hirsche.

00:08:43: Man schaut auf die Hirsche.

00:08:45: Sie hat recht. Es sind viele.

00:08:48: Man erklärt, was man weiß.

00:08:51: Jagd. Repräsentation. Der Herzog, der auf Jagd ging. Der das zeigen wollte. Sie nickt.

00:09:01: Sie schaut noch einen Moment. Dann geht sie weiter.

00:09:07: Die Kapelle. Die Schlosskapelle.

00:09:10: Man betritt sie.

00:09:11: Man ist sofort still. Nicht weil es ein Gebot gibt. Sondern weil der Raum es verlangt.

00:09:20: Diese zweigeschossige Kapelle. Diese Proportionen. Diese Höhe. Man schaut nach oben.

00:09:28: Die Decke. Das Licht, das durch die Fenster kommt. Seit Jahrhunderten durch diese Fenster. Immer dasselbe Licht. Auf denselben Steinen.

00:09:39: Jahrhundert für Jahrhundert. Dieses Licht, das immer da ist. Das sich verändert. Mit dem Tag. Mit der Jahreszeit. Aber immer durch diese Fenster.

00:09:54: Menschen haben hier gebetet.

00:09:56: Diese Herzöge. Diese Höflinge. Diese Menschen, die hier lebten. Die hier standen. An dieser Stelle. Wo man jetzt steht.

00:10:09: Man steht kurz. Man atmet. Diese Stille nimmt man mit. Einen Moment. Dann geht man weiter. Aber man erinnert sich. An diese Stille. An diese Proportionen. An dieses Licht. Die Moorleiche von Windeby. So heißt eine von ihnen. Gefunden in einem Moor bei Windeby. Nicht weit von Schleswig.

00:10:37: Aus der Eisenzeit.

00:10:40: Eisenzeit. Das Wort klingt weit weg.

00:10:44: Eisenzeit. Aber die Moorleiche ist nah. Sie ist im selben Raum. In diesem Raum.

00:10:53: Jetzt.

00:10:55: Man versucht, das zu verstehen. Eisenzeit. Diese Menschen, die Eisen kannten. Die hier lebten. An der Schlei. In den Mooren.

00:11:07: In dieser Gegend.

00:11:10: Was haben sie gedacht.

00:11:12: Was haben sie gewusst.

00:11:13: Was haben sie nicht

00:11:15: gewusst.

00:11:16: Man kann es nicht sagen.

00:11:18: Man schaut auf das, was geblieben ist. Auf diese Moorleiche. Auf dieses Gesicht. Das noch da ist. Das noch erkennbar ist.

00:11:30: Das Moor konserviert. Jahrtausende lang. Das weiß man.

00:11:36: Aber man steht davor. Und weiß es doch nicht richtig.

00:11:41: Man weiß es mit dem Kopf. Aber nicht mit dem Körper.

00:11:45: Der Körper steht davor und staunt. Und fragt. Wie ein Kind. Wie man selbst als Kind. In der vierten Klasse. Vor dieser Moorleiche. Die rötlich war.

00:11:59: Dann: die Moorleichen. Das zweite Obergeschoss. Die dunklen Räume.

00:12:06: Diese Dunkelheit, die bewusst ist. Die gemacht wurde. Weil sie passt. Weil man im Dunkeln anders schaut.

00:12:17: Als Kind hat man das nicht verstanden.

00:12:20: Als Kind ist man einfach hineingegangen. In diese dunklen Räume. Und hat geschaut. Die Moorleiche.

00:12:30: Man steht davor. Man schaut. Man versteht es nicht ganz.

00:12:36: Das ist ein Mensch. Das war ein Mensch. Einmal. Vor sehr langer Zeit. Vor tausenden von Jahren. Vor der Zeit, die man sich vorstellen kann.

00:12:50: Man denkt: der hat geatmet. Der hat gesehen. Der hat gegessen. Der hat irgendwo geschlafen. In dieser Gegend vielleicht. An der Schlei vielleicht. Und dann das Moor.

00:13:07: Und dann diese Jahrtausende. Und dann dieser Raum. Und dann man selbst davor. Als Kind. In der vierten Klasse.

00:13:20: Aber warum ist sie so.

00:13:22: Warum diese Farbe. Dieses Rötliche. Dieses Braun, das fast Rot ist. Das einen irritiert. Das man nicht erwartet hatte.

00:13:33: Man hatte erwartet: grau vielleicht. Oder weiß. Oder gar nichts mehr.

00:13:40: Aber Rötlich.

00:13:42: Das hatte man nicht erwartet.

00:13:46: Als Kind fragt man das.

00:13:48: Man fragt laut vielleicht. Die Lehrerin antwortet.

00:13:53: Oder man fragt nicht.

00:13:54: Man denkt es nur.

00:13:56: Man schaut und fragt sich: warum so.

00:14:01: Das Moor hat das gemacht.

00:14:04: Die Säure des Moores. Die Huminsäure. Die das Haar rötlich färbt. Die die Haut gerbt wie Leder.

00:14:13: Die das Gewebe erhält. Tausende von Jahren. Weil das Moor keinen Sauerstoff lässt. Weil das Moor konserviert. Weil das Moor das kann.

00:14:26: Man lernt das.

00:14:28: Irgendwann lernt man das. In der Schule. Oder man liest es. Oder man versteht es einfach. Mit der Zeit.

00:14:37: Aber zuerst schaut man einfach.

00:14:40: Als Kind schaut man einfach. Und fragt sich: warum rötlich.

00:14:48: Und das bleibt.

00:14:49: Diese Frage bleibt. Dieser Raum bleibt. Diese Dunkelheit bleibt. Die bewusst gemacht wurde. Die passt.

00:15:00: Dann das Nydamboot. Die Nydamhalle. Das ehemalige Exerzierhaus.

00:15:07: Man betritt es. Und da ist es.

00:15:10: Dreiundzwanzig Meter lang. Dieses Boot, das aus dem Moor kam. Das um dreihundertzwanzig nach Christus gebaut wurde. Das im Nydammoor gefunden wurde. Das seither hier liegt.

00:15:26: Als Kind ist dieses Boot sehr groß.

00:15:30: Als Kind steht man davor und denkt: das ist sehr groß.

00:15:36: Man stellt sich vor, wie Menschen darin saßen. Wie sie ruderten.

00:15:40: Wie das Boot auf dem Wasser lag. Vor siebzehnhundert Jahren.

00:15:47: Das Boot liegt still. Es fährt nicht mehr.

00:15:50: Es liegt hier und zeigt, was es war. Was Menschen konnten. Was Menschen bauten. Vor sehr langer Zeit. In dieser Gegend. An diesem Wasser.

00:16:05: Man ist später wieder hier. Als Erwachsener. Allein. Man geht denselben Weg. Von der Stadt. Über die Brücke. Auf die Schlosseinsel.

00:16:16: Man kennt den Weg. Man ist ihn schon oft gegangen. Aber man geht ihn bewusster.

00:16:22: Man schaut auf die Schlei. Das Wasser. Die Boote, die liegen. Den Dom auf der anderen Seite. Diese Stadt, die man kennt. Von jedem Winkel. Diese Stadt, die man kennt. Von hier aus. Von diesem Weg. Von diesem Übergang.

00:16:43: Durch denselben Durchgang. Denselben Torweg. Der immer noch groß ist. Auch als Erwachsener. Auch wenn man selbst größer ist.

00:16:53: Der Durchgang hat seine Größe. Die gehört ihm.

00:17:00: Man steht im Hof. Man schaut nach oben. Wie damals. Dieses Viereck Himmel.

00:17:09: Jedes Mal wenn man zurückkommt. Jedes Mal durch den Durchgang. Diese Kühle. Diese andere Luft. Die nie anders wird.

00:17:19: Die immer da ist.

00:17:22: Man kennt das Schloss jetzt gut.

00:17:25: Man könnte durch die Räume gehen ohne nachzudenken. Ohne zu überlegen: wo geht es weiter.

00:17:32: Der Körper weiß es. Aber man entdeckt immer etwas. Eine Ecke. Ein Exponat. Ein Licht, das an diesem Nachmittag anders fällt.

00:17:44: Ein Besucher, der vor der Moorleiche steht. Der fragt: warum rötlich.

00:17:52: Man hört es manchmal. Diese Frage. Von anderen.

00:17:56: Man lächelt dann. Man weiß die Antwort.

00:18:00: Man erklärt nicht.

00:18:02: Man lässt den anderen fragen. Man lässt den anderen staunen.

00:18:07: Man war einmal derjenige, der fragte. Der die Moorleiche anschaute und fragte: warum rötlich.

00:18:16: Man ist es manchmal noch.

00:18:19: Man geht durch die Räume. Man kennt sie. Oder glaubt es.

00:18:25: Aber man entdeckt immer etwas.

00:18:27: Etwas, das man nicht erinnerte. Etwas, das man übersehen hatte. Als Kind. Die Moorleiche.

00:18:37: Man steht wieder davor. Jetzt weiß man, warum sie rötlich ist. Jetzt versteht man es. Aber man schaut trotzdem. Immer noch.

00:18:48: Dieser Raum. Diese Dunkelheit. Diese Stille. Dieser Mensch, der vor Jahrtausenden lebte. Der nie ahnte, dass er hier liegen würde. In einem Museum. In Schleswig. Dass Menschen vor ihm stehen würden. Und schauen.

00:19:07: Man geht durch die Räume. Man kennt sie jetzt. Man weiß, was kommt. Aber man schaut trotzdem. Immer wieder.

00:19:15: Als wäre es das erste Mal. Fast.

00:19:19: Dann kommt man mit der Frau. Sie kennt Schleswig. Aber das Schloss kennt sie anders. Als Besucherin.

00:19:26: Man kennt es von innen. Man kennt es als Kind.

00:19:29: Das ist ein Unterschied.

00:19:32: Man zeigt. Das dort. Und das.

00:19:35: Und da war ich als Kind. Da habe ich das erste Mal die Moorleiche gesehen.

00:19:40: Sie schaut. Sie fragt: wie war das.

00:19:44: Man sagt: merkwürdig. Man sagt: beeindruckend.

00:19:48: Man sagt: ich wusste nicht, warum sie rötlich ist.

00:19:53: Sie lacht kurz. Wer weiß das schon, sagt sie.

00:19:56: Man nickt.

00:19:58: Man geht durch denselben Durchgang. Zu zweit. Er ist noch derselbe. Dieselbe Kühle. Dieselbe andere Luft.

00:20:07: Man hält inne. Kurz. Man atmet.

00:20:10: Man sagt: hier. Sie schaut. Sie atmet auch. Diese Luft, die der Stein gespeichert hat. Die immer da ist. Die sich nicht verändert hat.

00:20:23: Dann Maya. Das Kind. Grundschule. Ungefähr das Alter, das man selbst hatte. Damals. Als es das erste Mal war.

00:20:33: Man nimmt sie an die Hand. Sie ist nicht zu schnell. Sie schaut. Sie macht das gerne. Man geht durch den Durchgang. Sie schaut nach oben. Wie man selbst geschaut hat. Als Kind. An dieser Stelle.

00:20:45: Man sieht es. Dieses Schauen nach oben. Diese Augen, die alles aufnehmen.

00:20:50: Diese Augen, die nichts übersehen

00:20:52: wollen.

00:20:55: Das ist ein merkwürdiges Gefühl.

00:20:57: Man kennt diesen Moment. Man hatte ihn selbst. Genau hier. An dieser Stelle. Und jetzt sieht man ihn. Bei ihr. Dieses Aufschauen. Diese Augen. Die alles nehmen. Die alles behalten. Wie man selbst alles behielt. Damals. In der vierten Klasse. Ohne es zu wissen. Ohne zu denken: das behalte ich.

00:21:20: Man geht durch die Räume. Man erklärt ein bisschen. Nicht zu viel. Man lässt schauen. Man lässt fragen. Die Fragen kommen.

00:21:30: Der Hirschsaal.

00:21:31: Sie fragt: warum so viele Hirsche.

00:21:33: Man erklärt. Oder man sagt: gute Frage. Man schaut gemeinsam. Die Moorleiche mit Maya. Man steht daneben. Sie steht vor dem Exponat. Sie schaut lange. Länger als man erwartet hatte.

00:21:50: Man fragt sie: was denkst du.

00:21:52: Sie schaut noch einen Moment.

00:21:54: Dann sagt sie: warum ist die so.

00:21:56: Man lächelt. Diese Frage. Dieselbe Frage.

00:21:59: Man erklärt. Die Säure des Moores. Das Rötliche. Tausende von Jahren. Sie hört zu. Sie schaut nochmal auf die Moorleiche. Sie nickt.

00:22:12: Dann: gut. Dann geht sie weiter.

00:22:15: Kinder gehen weiter. Sie schaut. Sie hat es aufgenommen.

00:22:19: Es ist da. Irgendwo. Wie es bei einem selbst irgendwo ist. Seit der vierten Klasse.

00:22:26: Das Nydamboot. Sie steht davor. Sie schaut auf das Boot. Sie sagt: das ist riesig.

00:22:32: Man nickt. Man denkt: das habe ich auch gedacht. Damals. An dieser Stelle.

00:22:39: Dann Haithabu. Ein paar Kilometer außerhalb von Schleswig. Haithabu. Der Ort, der einmal groß war. Der wichtigste Handelsplatz in Nordeuropa vielleicht. Um das Jahr achthundert bis tausend nach Christus.

00:22:55: An der Schlei. An diesem Übergang. Zwischen Nord- und Ostsee. Wer hier durchfuhr, konnte beide Meere verbinden. Ohne den langen Weg um die Küste. Durch Haithabu. Durch diese Siedlung. Die einmal zehntausend Menschen hatte vielleicht. Die eine Großstadt war für ihre Zeit.

00:23:13: Für diese Gegend. An dieser Schlei.

00:23:17: Man geht über das Gelände. Man weiß, wo man ist. Man weiß, was hier war. Aber man sieht es nicht.

00:23:24: Der Boden ist flach. Das Gras ist grün. Die Schlei liegt daneben.

00:23:30: Und doch. Wenn man weiß, was hier war. Wenn man sich vorstellt, wie es war. Diese Siedlung. Diese Menschen. Diese Schiffe, die ankamen.

00:23:39: Die ablegten. Die Waren brachten. Die Waren mitnahmen. Pelze. Sklavinnen und Sklaven. Bernstein. Waffen. Alles, was Wert hatte. Alles, was man haben wollte.

00:23:51: Damals.

00:23:53: Das Museum zeigt, was gefunden wurde.

00:23:56: Schmuck. Waffen. Werkzeuge. Das, was geblieben ist.

00:24:00: Das, was das Moor bewahrte.

00:24:03: Wie das Moor alles bewahrt. Das,

00:24:05: was die Erde behielt. Was sie nicht losließ.

00:24:11: Der Ort, wo Haithabu war. Diese Siedlung, die einmal groß war. Die einmal wichtig war. An diesem Punkt zwischen Nord- und Ostsee.

00:24:23: Mit Maya über das Gelände von Haithabu. Das ist ein anderes Gehen. Das ist ein Gehen mit Fragen.

00:24:32: Was haben die gegessen.

00:24:34: Wie haben die geschlafen. Wie kalt war das im Winter.

00:24:38: Haben die Hunde gehabt.

00:24:40: Man antwortet.

00:24:42: Manchmal weiß man es. Manchmal sagt man: weiß ich nicht genau. Manchmal sagt man: gute Frage.

00:24:51: Sie akzeptiert das.

00:24:53: Kinder akzeptieren das.

00:24:55: Wenn man ehrlich ist. Wenn man sagt: das weiß ich nicht. Das ist eine gute Antwort.

00:25:03: Der Blick auf die Schlei von Haithabu. Dieser Blick.

00:25:07: Die Schlei liegt da. Ruhig. Wie sie immer lag.

00:25:11: Wie sie zu Wikingerzeiten lag. Dasselbe

00:25:14: Wasser. Dieselbe Schlei.

00:25:19: Man steht mit Maya. Man schaut auf das Wasser.

00:25:22: Sie schaut auch.

00:25:24: Man denkt: die Wikinger haben da geschaut. An demselben Wasser.

00:25:29: Das ist merkwürdig. Das ist schön.

00:25:34: Die nachgebauten Wikingerhäuser. An historischer Stelle nachgebaut. Dort, wo sie standen.

00:25:41: Die Häuser, die zeigen, wie es war. Wie die Menschen lebten. In dieser Zeit. An diesem Ort.

00:25:50: Sie geht rein in die Häuser. Sie schaut. Sie fragt. Wie haben die geschlafen.

00:25:56: Was haben die gegessen.

00:25:58: Waren die immer so.

00:26:01: Man antwortet. Manchmal weiß man es. Manchmal sagt man: weiß ich nicht.

00:26:07: Manchmal sagt man: gute Frage.

00:26:12: Das Wikingerschiff in Haithabu.

00:26:14: Man steht davor. Mit Maya. Sie schaut auf das Schiff. Man schaut auch.

00:26:21: Ein Kriegsschiff der Wikinger. Schmal. Lang. Für das offene Meer gemacht. Für die Nordsee. Die Ostsee.

00:26:31: Man erklärt. Die Ruder. Das Segel. Die Männer, die ruderten. Die sangen vielleicht. Oder schwiegen. Die das Wasser kannten. Die das Meer kannten.

00:26:44: Sie schaut. Sie fragt: haben die Angst gehabt.

00:26:48: Man denkt kurz. Man sagt: wahrscheinlich manchmal.

00:26:53: Sie nickt. Das findet sie richtig.

00:26:58: Man geht mit ihr weiter. Sie nimmt die Hand manchmal. Manchmal läuft sie vor. Manchmal bleibt sie stehen. Manchmal nicht. Über das Gelände.

00:27:09: Die Schlei liegt ruhig. Dasselbe Wasser. Das immer hier war. Das die Wikinger kannten. Das die Herzöge kannten. Das man selbst kennt. Seit der Kindheit.

00:27:23: Das Rudern. Das Segeln. Die Nordsee. Die Ostsee. Der Weg dazwischen. Durch Haithabu.

00:27:32: Sie hört zu. Sie fragt manchmal nach. Dann schaut sie woanders hin. Dann kommt sie zurück. Dann fragt sie wieder. Das ist das Alter. Das ist gut. Das ist Maya.

00:27:48: Man geht über das Gelände. Es ist ruhig. Nicht viele Menschen. Das Gras ist lang manchmal. Die Luft riecht nach Wasser. Nach Moor manchmal. Nach Schlei.

00:28:02: Der Blick auf die Schlei. Diese Schlei, die hier auch ist. Die Haithabu hatte. Die immer hier war.

00:28:11: Man denkt an das erste Mal. Vierte Klasse. An den Bus, der sie fuhr.

00:28:17: An die anderen Kinder. An die Lehrerin vorne. An das Ausflugsgefühl.

00:28:24: Man denkt an den Durchgang. Diese Kühle. Diese andere Luft. Den Hof danach. Das Aufschauen.

00:28:34: Man denkt an die Moorleiche. Die rötlich war. Die einen nicht losließ. Diese Frage: warum rötlich. Die man nach Hause trug. Die blieb.

00:28:47: Manchmal sind es die kleinen Dinge. Nicht das Größte. Nicht das Spektakulärste.

00:28:54: Sondern diese eine Frage. Diese eine Farbe. Dieses eine Rötlich, das man nicht vergisst. An das Nydamboot, das so groß war.

00:29:08: Derselbe Ort. Immer wieder. Aber jedes Mal anders. Als Kind: Staunen. Als Erwachsener: Verstehen. Mit der Frau: Teilen. Mit Maya: Weitergeben.

00:29:24: Das ist dieser Ort. Das ist Schloss Gottorf. In Schleswig. An der Schlei.

00:29:30: Das ist Haithabu.

00:29:32: Das ist Schleswig.

00:29:35: Diese Orte, die man kennt. Die man immer wieder besucht. Die einem nicht langweilig werden. Weil sie tiefer sind als man denkt. Weil man selbst tiefer wird. Mit der Zeit. Weil man selbst sich verändert. Weil man jedes Mal anders hingeht. Mit anderen Augen. Mit anderen Fragen.

00:29:57: Mit jemand anderem vielleicht.

00:30:00: Das Nydam-Schiff liegt in seiner Halle. Es liegt seit Jahren. Es liegt immer noch. Es liegt auch dann noch, wenn man nicht da ist. Wenn man schläft. Wenn man anderswo ist.

00:30:14: Es liegt einfach.

00:30:16: Die Moorleiche liegt in ihrer Dunkelheit. In ihrem Raum. Wie immer.

00:30:21: Diese Dunkelheit, die bewusst ist. Die gemacht wurde. Die passt. Seit tausenden von Jahren in einem Moor. Jetzt hier. In diesem Raum. In dieser Dunkelheit. Und man davor. Und Maya davor. Und man selbst als Kind davor. Alle vor derselben Moorleiche.

00:30:42: Das Schloss steht. Die Schlei liegt darum. Der Durchgang ist da. Die Kühle ist da. Die andere Luft. Diese andere Welt.

00:30:51: Man denkt an all die Male danach. Als Erwachsener. Mit der Frau. Mit Maya. Immer derselbe Ort. Immer anders. Weil man anders war.

00:31:02: Der Barockgarten. Der Neuwerkgarten. Diese sechs Terrassen. Diese Allee, die vom Schloss herführt. Diese Ordnung. Der Herkulesteich. Das Wasser. Diese Anlage, die rekonstruiert wurde. Die wiederhergestellt wurde. Weil sie es wert war. Weil sie zu diesem Ort gehört.

00:31:22: Man geht durch den Garten. Man schaut auf die Terrassen. Man schaut auf das Wasser. Den Herkulesteich. Man schaut auf das Schloss im Hintergrund. Diese Kombination. Dieses Ensemble. Diese Anlage, die man kennt. Die man immer kannte. Die zum Ort gehört.

00:31:39: Im Sommer ist es anders. Im Herbst. Je nach Jahreszeit. Aber der Garten ist immer ordentlich. Immer dieser Barockgarten. Diese Geometrie. Diese menschliche Ordnung über die Natur.

00:31:52: Die jemand pflegte. Pflegt. Noch immer. Damit sie so bleibt.

00:31:57: Der Globus. Das Globushaus. Etwas abseits vom Schloss. Diese begehbare Kugel. Ein Nachbau. Des Originals aus dem siebzehnten Jahrhundert. Das erste Planetarium der Geschichte.

00:32:11: Herzog Friedrich der Dritte ließ es bauen.

00:32:14: Man geht hinein. Man setzt sich. Man schaut.

00:32:17: Diese Erde von innen. Diese Kontinente, die gemalt sind. Die Meere. Die Sterne auf der Außenseite. Acht Minuten. Die Kugel dreht. Man dreht mit. Man ist innen.

00:32:30: Die Welt dreht sich um einen.

00:32:32: Als Kind gab es das noch nicht.

00:32:34: Den Nachbau. Der kam später. Zweitausendundfünf.

00:32:38: Aber man ist irgendwann gegangen. Man hat sich hingesetzt. Man hat geschaut.

00:32:44: Dieser Herzog, der das in Auftrag gab. Der hier lebte. Der diesen Globus wollte. Der Weltwunder wollte. Der das Schloss baute und füllte.

00:32:54: Man denkt an ihn manchmal. Wenn man durch das Schloss geht. An diesen Herzog, dessen Haus das war. Der hier aß. Der hier schlief. Dessen Fenster die Schlei sah. Wie man selbst die Schlei sieht.

00:33:07: Als Kind hat man das nicht. Der Globus war damals noch nicht fertig.

00:33:11: Der Nachbau. Erst später. Aber man ist irgendwann gegangen.

00:33:16: Man hat sich hingesetzt. Man hat gedreht.

00:33:19: Schleswig. Die Stadt, in der man aufgewachsen ist. Die Stadt, die man kennt. Die die Schlei hat. Den Dom. Das Schloss. Das Schloss Gottorf ist ein Teil davon. Ein fester Teil. Der immer da ist. Der immer da war. Der immer da sein wird. Auch wenn man schläft. Auch wenn niemand kommt. Er ist da.

00:33:40: Man geht immer wieder hin. Weil es immer wieder anders ist.

00:33:44: Weil man immer wieder anders ist. Weil es immer wieder jemanden gibt, dem man es zeigen kann. Oder weil man allein gehen will. Weil man diesen Ort manchmal für sich braucht.

00:33:56: Diesen Durchgang. Diesen Hof. Diesen Raum mit der Moorleiche. Oder man geht allein.

00:34:02: Man geht durch den Durchgang.

00:34:04: Man steht im Hof. Man schaut nach oben.

00:34:07: Dieses Viereck Himmel. Das ist immer da. Bewölkt manchmal. Klar manchmal.

00:34:13: Aber immer dieses Viereck. Das ist immer dasselbe.

00:34:16: Das Schloss nachts.

00:34:18: Man sieht es manchmal von der Stadt. Wenn man abends an der Schlei entlanggeht.

00:34:23: Dieses Schloss, das beleuchtet ist.

00:34:25: Diese Silhouette. Diese Insel. Man kennt das Schloss von innen. Man kennt seine Räume. Seine Böden. Seine Gerüche. Seine Stille. Aber von außen. Im Abendlicht. Über das Wasser. Das ist etwas anderes.

00:34:40: Das ist dieser Ort aus der Distanz. Das ist dieser Ort von außen. Wie man ihn als Kind auch kannte. Bevor man hineinging.

00:34:49: Das Nydam-Schiff liegt in seiner Halle. Dreiundzwanzig Meter. In der Dunkelheit.

00:34:55: Das Museum ist zu. Aber das Schiff liegt.

00:34:58: Es liegt immer.

00:34:59: Es liegt auch wenn niemand schaut.

00:35:02: Das ist das Merkwürdige an Museen. Dass die Dinge darin auch dann da sind. Wenn niemand kommt.

00:35:08: Wenn es Nacht ist. Wenn die Türen geschlossen sind. Und trotzdem. Das Schiff ist da.

00:35:14: Die Moorleiche ist da. Der Hirschsaal ist da. Die Kapelle ist da. Alle Räume sind da.

00:35:22: Das Schloss schläft.

00:35:25: Die Moorleiche liegt in ihrer Dunkelheit.

00:35:28: Das Nydam-Schiff liegt in seiner Halle.

00:35:31: Dreiundzwanzig Meter. Still. Man schläft.

00:35:37: Draußen ist Schleswig. Die Schlosskirche. Der Dom. Das Schloss auf seiner Insel. Alles da. Wie immer. Wenn man das Schloss verlässt. Wenn man wieder durch den Durchgang geht. Jetzt in die andere Richtung. Von innen nach außen. Diese Kühle nochmal. Diese andere Luft. Dann die Sonne. Oder der bewölkte Himmel. Das Licht draußen. Das anders ist als drinnen.

00:36:11: Man steht kurz. Man schaut zurück. Auf den Torweg. Auf den Durchgang. Der einen hineingelassen hat. Der einen jetzt rauslässt. Wie er immer ein- und auslässt. Jeden Tag. Jahrhundert für Jahrhundert. Kind. Erwachsener. Vater mit Kind. Alle. Immer wieder.

00:36:39: Dann geht man. Zurück zur Schlei. Zurück zur Stadt. Zurück in den Alltag.

00:36:46: Den Alltag, der nicht dieses Schloss ist. Aber der dieses Schloss kennt.

00:36:54: Das Schloss bleibt. Es geht nicht mit.

00:36:58: Es steht. Wie es immer stand.

00:37:02: Das Schloss liegt auf seiner Insel.

00:37:05: Wie immer.

00:37:06: Die Schlei liegt ruhig. Die Schlossinsel liegt still.

00:37:11: Das Wasser bewegt sich kaum. Das Nydam-Schiff liegt in der Halle.

00:37:17: Es liegt seit Jahrzehnten. Es hat immer gelegen. Es liegt noch.

00:37:24: Das Schloss steht. Das Schloss bleibt. Der Durchgang bleibt. Das bleibt. So. Immer.

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