Derselbe Mittag

Shownotes

Palm Springs. Eine Kreuzung. Vier Richtungen — alle gleich heiß. Man kennt diese Stadt. Man hat sie damals allein gekannt. Jetzt ist man zurück. Mit jemandem. Und zeigt.

Eine Schlafgeschichte über Wiederkehr, Erinnerung — und den Unterschied zwischen dem ersten und dem zweiten Mal.

Stille Orte — Geschichten zum Einschlafen. Jeden Freitag eine neue Episode.

Wenn dir diese Episode etwas gegeben hat: Folgen und bewerten auf Spotify oder Apple Podcasts hilft anderen, den Podcast zu finden.

Unterstütze den Podcast: steady.page/stille-orte-podcast

Podigee: https://stille-orte.podigee.io Spotify: https://open.spotify.com/show/5rrjw2y5cv3lEeqXlTQJiD Apple Podcasts: https://podcasts.apple.com/podcast/id1886350408

Transkript anzeigen

00:00:00: Der selbe Mittag.

00:00:01: Man kennt diese Stadt, man hat sie gekannt vor Jahren als man allein hier war.

00:00:08: Als man jung hier war – als diese Stadt noch fremd war, als jeder Morgen eine kleine Entscheidung war, wohin zum Mittagessen welchen Weg zur Arbeit welche Richtung an der Kreuzung?

00:00:21: Jetzt ist man wieder hier mit ihr auf der Hochzeitsreise in derselben Stadt in derselben Hitze, in demselben Mittagslicht.

00:00:32: Das ist anders – das ist dasselbe und völlig anders!

00:00:38: Die selben Straßen die selbe Hitze dieselbe Sonne die keine Pause macht, dieselbe Kreuzung die immer noch wartet.

00:00:47: aber man isst nicht mehr allein und das verändert alles.

00:00:52: Man hat ihr von Palm Springs erzählt Nicht oft, aber manchmal.

00:00:57: Im Geschichten die mit damals anfingen – Die sie kannte, die sie sich vorgestellt hat.

00:01:03: Jetzt muss sie sich nichts mehr vorstellen!

00:01:06: Jetzt ist sie hier und die Stadt ist echt Und die Hitze ist echt und man isst derjenige, der zeigt.

00:01:14: Nicht mir derjenig dem alles neu ißt Sondern derjenigen, der kennt Der erklärt, der führt.

00:01:22: Das ist ein neues Gefühl Ein gutes.

00:01:27: Man fährt durch die Stadt, man fährt langsam, man kennt die Straßen, man kent die Kreuzungen, mankent wo man abbiegen muss, mankennt was nach der Kurve kommt.

00:01:38: Das ist ein merkwürdiges Gefühl dieser Ort der fremd war und jetzt vertraut ist Der einen überrascht hatte und jetzt keine Überraschungen mehr hat oder wenige Die breiten Straßen, die Palmen, die immer in Rei und Glied stehen.

00:02:00: Die Berge am Horizont – die immer da sind!

00:02:04: Die San Jacinto-Berge.

00:02:06: Man hat sie von oben gesehen damals allein mit dem Toyota.

00:02:12: Das erzählt man nicht jetzt das ist eine andere Geschichte.

00:02:17: Sie schaut.

00:02:18: Sie schaut wohin man zeigt.

00:02:20: Sie schaut auch woanders hin.

00:02:23: Sie sieht Dinge, die man nicht mehr sieht weil man sie schon kennt, weil man sich gewöhnt hatte.

00:02:29: Weil das Fremde irgendwann vertraut wird.

00:02:32: für einen selbst – nicht für Sie!

00:02:34: Für Sie ist alles noch neu alle Palmen, alle Kreuzungen dieses Licht, dass keine Schatten

00:02:41: macht.".

00:02:43: »Das is Parmsprings« sagt man.

00:02:46: Sie nickt, sie schaut, sie lächelt.

00:02:49: Man weiß nicht warum.

00:02:51: Vielleicht war man gerade so sagt Das ist Palm Springs, als wäre es selbstverständlich.

00:02:58: Als würde es einem gehören.

00:03:00: Es gehört einem nicht – aber man kennt es!

00:03:04: Das ist genug.

00:03:07: Man fährt an der Wohnung vorbei Die Wohnung in der man damals gewohnt hat Sunshine Circle.

00:03:14: Man kennt noch die Straße, man kennt noch abbiegung.

00:03:18: Man findet sie ohne nachzudenken.

00:03:21: Der Körper weiß es noch.

00:03:23: dieser Weg, den man so oft gegangen ist.

00:03:27: Man verlangsamt – man zeigt!

00:03:29: Da, sagt man, dort oben das Fenster, das Zweite von links oder das Dritte.

00:03:36: Man isst nicht mehr ganz sicher aber ungefähr.

00:03:40: Sie schaut hoch, sie schaut auf das Gebäude, sie schaut auf das Fenstern, sie Schaut auf die Wohnung, die man beschrieben hat, Manchmal in Geschichten von damals.

00:03:54: Damals war ich in Palm Springs, damals hatte ich diese kleine Wohnung, damals war alles neu.

00:04:03: Jetzt ist sie echt!

00:04:05: Die Wohnung ist echt – das Fenster ist echt dieser Balkon auf dem man abends saß manchmal wenn es nicht zu heiß war, wenn ein Windhauch kam.

00:04:17: die Wohnung sieht noch genauso aus oder fast genau so.

00:04:22: Man weiß nicht genau, man ist lange nicht mehr hier gewesen.

00:04:26: Aber das Gebäude steht, der Baum daneben steht Die Palmen stehen wie immer Wie sie immer stehen in dieser Stadt In dieser Hitze.

00:04:39: Man fährt weiter.

00:04:40: Abends bin ich hier gelaufen sagt man Runden um den Block oft wenn der Tag lang war Wenn man Luft brauchte wenn die Wohnung zu klein war für die Gedanken.

00:04:54: Sie schaut auf die Straße, sie versucht es sich vorzustellen – man sieht es wie sie es versucht.

00:05:01: Diesen jungen Mann allein abends in der Hitze, die auch abends noch da ist!

00:05:09: Es gab einen Pool, sagt man, für alle Bewohner.

00:05:13: Sie fragt, bist du geschwommen?

00:05:16: Man sagt manchmal meistens abends, wenn es kühler Wenn die Sonne weg war, wenn man den Tag hinter sich lassen wollte.

00:05:25: Im Wasser – einfach so!

00:05:29: Sie schaut auf die Straße, sie schaut auf Die Häuser, sie Schaut auf diese Stadt, die Man ihr zeigt, die nicht ihre Stadt ist, die einmal eine Stadt War, die man täglich durch die Augen eines Fremden gesehen hat.

00:05:44: Und jetzt zeigt man sie ihr mit den Augen von jemandem der sie kennt Das Büro.

00:05:52: Man fährt in die Richtung, man sucht die Straße.

00:05:55: Man findet

00:05:56: sie.".

00:05:56: – »Man findet das Gebäude!«.

00:05:58: – »Da, sagt man, dort habe ich gearbeitet!«.

00:06:02: Sie schaut.

00:06:03: Ein Gebäudepfiehlegebäude, flach, klimatisiert.

00:06:08: von außen zu ahnen diese Gebäuden, die keine Fenster haben oder wenige weil die Sonne nicht reingelassen werden soll, weil die Klimaanlage sonst kämpft.

00:06:20: »Man hat jeden Morgen dort geparkt, sagt man.

00:06:23: Man hat jeden Abend dort das Auto geholt.

00:06:26: – Man hat monatelang diesen Weg gemacht von der Wohnung hierher und zurück.

00:06:32: Morgens wenn es schon heiß war, abends wenn es noch heiß war.

00:06:38: dieser Weg jeden Tag den sie jetzt einmal abfährt in einer Minute was damals Monate war.

00:06:47: Das ist das merkwürdige an Erinnerungen.

00:06:50: Sie schrumpfen!

00:06:52: Ein Monat wird zu einer Minute, ein Jahr wird zu einem Satz.

00:06:56: Man fährt an einem Gebäude vorbei und denkt – da habe ich gearbeitet.

00:07:01: Und in diesem Satz ist ein ganzes Jahr.

00:07:04: Monate, Kollegen, Aufgaben, Mittagessen, Gespräche… Alles in diesem einen Satz….

00:07:13: alles in dieser einen Minute ….

00:07:16: sie nickt Sie schaut noch einmal auf das Gebäude, dann schaut sie nach vorne.

00:07:23: Jack in the Box.

00:07:24: Man hat hier gegessen – nicht weil es besonders gut war, weil es nah war , weil es billig war, Weil man nach der Arbeit müde war, wenn man nicht kochen wollte, weil man manchmal einfach reingegangen ist, weil Es da war Das amerikanische Fast-Food.

00:07:43: Man hat es gelernt zu mögen Nicht zu lieben zu mögen, als das was es ist.

00:07:50: Schnell, billig, satt!

00:07:53: Es gibt Abende an denen das genug isst.

00:07:56: Abende, an denen man nicht mehr will.

00:08:00: Abnde, an den man einfach essen will und fertig.

00:08:05: Sie bestellt – sie liest die Karte länger.

00:08:08: Für sie ist alles neu.

00:08:10: Dieser Jack in the Box diese Karte Diese Bestellung, die man ans Mikrofon sagt diese amerikanische Art Essen zu bestellen.

00:08:20: Sie bestellt etwas, sie ist nicht sicher was sie bekommt – das ist auch gut so!

00:08:26: Das ist Amerika, man bestellt und wartet… Und was kommt?

00:08:31: Kommt.

00:08:33: Man sitzt, man isst, man schaut aus dem Fenster.

00:08:37: Die Hitze draußen die Klimaanlage drinnen.

00:08:41: Das kennt man, dass es vertraut wie ein altes Zimmer, das man wieder

00:08:45: betritt.".

00:08:47: Jack in the Box.

00:08:48: Man zeigt auf das Schild.

00:08:50: Da, sagt man, da habe ich oft gegessen!

00:08:54: Sie lacht.

00:08:56: Jack-in-the-Box, sagt sie.

00:08:58: Man nickt.

00:08:59: Man lacht auch.

00:09:01: Man hält.

00:09:02: Man steigt aus.

00:09:04: Die Hitze – dieselbe Hitze.

00:09:07: Sie trifft einem sofort.

00:09:09: Man kennt sie.

00:09:10: Sie kennt sie jetzt.

00:09:13: Sie schaut auf das Restaurant.

00:09:15: Sie Sie schaut auf die Speisekarte, die draußen hängt.

00:09:20: Sollen wir?

00:09:21: fragt sie.

00:09:22: Man sagt Wenn du willst?

00:09:24: – Sie sagt Ich will!

00:09:26: – Man geht rein.

00:09:29: Die Klimaanlage Diese sofortige Kälte Diese amerikanische Kälthe, die keine Zwischentöne kennt Draußen vierzig Grad Drinnen zwanzig.

00:09:42: Man bestellt Man beställt das was man damals immer bestellt hat Fast!

00:09:48: Man erinnert sich nicht mehr genau.

00:09:50: Ein Burger, etwas mit Pommes ein großes Getränk Amerika groß so groß das man nie fertig wird aber ungefähr.

00:10:01: Sie bestellt etwas anderes.

00:10:03: sie liest die Karte sie probiert Das ist ihr Jack in the Box Ihr erstes Mal.

00:10:16: Die Hitze, die man durch das Glas sieht Dieses Flirren.

00:10:22: Damals hast du hier oft allein gesessen, sagt sie.

00:10:26: Es ist keine Frage Sie weiß es.

00:10:29: Man hat es erzählt – manchmal Man nickt.

00:10:34: Jetzt sitzt man nicht allein.

00:10:36: Das is der Unterschied.

00:10:38: Das is' der einzige Unterschied.

00:10:41: Und der Größte Palm Springs im Sommer?

00:10:46: Nein Nichtsommer Später!

00:10:49: Die Hochzeitsreise ist nicht im Sommer, aber die Hitze ist dieselbe.

00:10:54: Fast immer diese Hitze – diese trockene Wüstenhitze, die nicht ablässt, die um Mittag am schlimmsten ist…die man kennt.

00:11:05: Sie kennt sie jetzt einen Tag, einen Nachmittag.

00:11:10: Sie hält sich gut, sie trinkt, sie sucht Schatten, sie macht alles

00:11:15: richtig.".

00:11:16: Man hat Monate gebraucht, um sich zu gewöhnen.

00:11:20: Man weiß nicht, ob man sich wirklich gewöhnt hat.

00:11:23: Man hat sie akzeptiert!

00:11:25: Man hat gelernt mit ihr zu leben.

00:11:28: Die Sonnenbrille – immer Das Wasser – immer Die Klimaanlage – immer.

00:11:36: Sie hat die Sonnenbrile auf, dieselbe, die sie immer trägt Aber hier sieht sie anders aus.

00:11:43: Man schaut sie an Sie sieht anders aus hier als zu Hause.

00:11:47: Nicht anders, aber anders beleuchtet!

00:11:51: Diese Sonne, dieses Licht – das nicht dasselbe ist wie in Deutschland Das andere Schatten macht Andere Kontraste Dass jeden anders aussehen lässt.

00:12:03: Klarer vielleicht Schärfer.

00:12:06: Sie weiß nicht, daß man sie gerade anschaut.

00:12:09: Man schaut zu lange, sie bemerkt es.

00:12:12: Was fragt sie?

00:12:14: Nichts, sagt man.

00:12:15: Nur du!

00:12:17: Sie lacht.

00:12:18: Wendy's.

00:12:19: Man zeigt Da auch, sagt Mann.

00:12:23: Manchmal Wendy's Es gibt Tage wo man wechselt Wo man nicht dasselbe will wie gestern Wo Abwechslung wichtig ist Auch wenn die Abweichslung nur bedeutet Heute Wendy's, nicht Jack in the Box.

00:12:36: Sie schaut auf das Wendy's – sie lacht.

00:12:39: Du bist zwischen Jack-in-the-Box und Wendy's gewechselt, sagt sie.

00:12:43: Man lacht auch.

00:12:44: Ja, sagt man – das war die Abwechslung!

00:12:48: Sie schüttelt den Kopf nicht unfreundlich verständnisvoll sie versteht das.

00:12:53: Man hat ihr erzählt wie.

00:12:55: es war einfach unkompliziert manchmal zu einfach manchmal zu unkompliciert aber man hatte es genossen.

00:13:05: irgendwann dieses einfache Leben diese klaren Entscheidungen heute Jack in the Box Morgen Wendy's, übermorgen vielleicht kochen.

00:13:14: Das war die Struktur das hat gereicht jeden morgen.

00:13:19: Wendys man fährt vorbei Man zeigt.

00:13:23: da auch sagt man manchmal Wendies, manchmal Jack in the Box, manchmal Rives.

00:13:29: Sie fragt Rives?

00:13:31: Man sagt der Supermarkt man zeigt in die Richtung Rives!

00:13:37: Man ist oft dort gewesen Samstags meistens.

00:13:40: Manchmal auch unter der Woche, wenn etwas ausging Wenn man abends kochen wollte und dann doch nicht kochte Und stattdessen einfach aß.

00:13:49: was da war?

00:13:51: Diese Supermärkte?

00:13:52: Größer als alles was man kannte diese Gänge die kein Ende haben diese Auswahl diese Mengen.

00:14:00: Man kaufte eine Flasche Ketchup und sie war für eine Familie mit fünf Kindern gedacht.

00:14:05: Man hatte keine Familie Man hatte eine kleine Wohnung Man hatte sich.

00:14:10: Aber man kaufte, man lernte was man brauchte, man lernete was man nicht brauchte!

00:14:16: Man lernte allein einzukaufen für sich nur für sich.

00:14:20: Das klingt einfach.

00:14:22: das ist nicht einfach.

00:14:23: zum ersten Mal wenn man jung ist in einem fremden Land In einem Ralfs der zu groß ist Sie schaut auf das Schild, Ralf ließ sie, sie schaut man an.

00:14:36: Sollen wir reingehen fragt sie Man überlegt, man sagt Wenn du willst.

00:14:41: Sie sagt Ich will sehen wo Du eingekauft hast.

00:14:45: Man lächelt Okay, sagt man Komm mit!

00:14:49: Man geht rein Die Kälte Diese amerikanische Kälde drinnen – die Klimaanlage.

00:14:55: Man kennt sie Die Gänge, man geht durch die Gänge Man versucht sich zu erinnern Welcher Gang war der erste?

00:15:03: Welcher gang war der letzte?

00:15:05: Man findet es nicht mehr.

00:15:07: Die Gänge sehen alle gleich aus.

00:15:10: Aber man findet das Regal mit dem Frühstückszeug, da sagt man – Da habe ich immer!

00:15:16: Sie schaut, sie nimmt etwas in die Hand, sie legt es wieder hin, sie schaut man an, sie lacht.

00:15:24: Ralfs, da hat man eingekauft jeden Samstag fast.

00:15:28: Die Gange, die Größe dieser amerikanischen Supermärkte diese Mengen, diese Portionen, die für Familien gedacht sind Obwohl man allein war.

00:15:38: Man hat trotzdem eingekauft, Mann hat zu viel gekauft manchmal, Man hat so wenig gegessen manchmal, Mann had versucht einen Rhythmus zu finden!

00:15:48: Sie kennt das, sie kennt das Gefühl – Allein in einer fremden Stadt, Allein im einem fremten Land.

00:15:55: Man muss nicht viel erklären, sie versteht.

00:15:59: Diese Kreuzung…man hat sie nicht vergessen, …Man hat sie oft gedacht in den Jahren danach.

00:16:05: Diese Kreuzung Diese vier Richtungen, die alle gleich waren.

00:16:10: Alle gleich heiß, alle gleich offen – alle gleich unbekannt!

00:16:16: Als man jung war und hier stand, als man nicht wusste wohin, nicht weil man sich verlaufen hatte, nicht geografisch, sondern weil alle Richtungen dieselbe waren, weil es keine richtige gab, weil man einfach eine wählen musste, irgendeiner.

00:16:33: Man hat eine gewählt damals, wenn man jung als die Stadt fremd war, als alle Richtungen gleich waren.

00:16:41: Man weiß noch welche – man hat sie nicht vergessen!

00:16:44: Erstaunlich was man behält und was man loslässt und was nicht.

00:16:49: Nicht diese Entscheidung, nicht weil sie wichtig war sondern weil sie so unwichtig war und trotzdem blieb.

00:16:56: Im Gedächtnis jahrelang.

00:16:59: Als hätte das Gedächenes gemerkt, diese Kreuzung, diese Richtung diesen Moment behalt

00:17:05: das.".

00:17:06: Sie war nicht besser als die anderen, sie war einfach die, die man gewählt hat.

00:17:12: Man fährt zur Kreuzung – man weiß welche!

00:17:15: Man hat sie nicht vergessen, man hat sie nie vergessen.

00:17:19: Diese Kreuzungen vier Straßen, vier Richtungen alle gleich weit, alle gleich heiß.

00:17:27: Man hält, man steigt aus.

00:17:29: Die Hitze immer die Hitze, sie steigt auch aus.

00:17:33: Sie stellt sich neben einen, sie schaut auf die Kreutzung.

00:17:38: Man schaut auch, man schaut auf diese Kreuzung die man kennt.

00:17:43: Die man damals so oft gesehen hat an der man damals gestanden hat An der man sich gefragt hat welche Richtung Welche hast du damals genommen fragt sie?

00:17:55: Man zeigt!

00:17:56: Die Diese hier Sie schaut in diese Richtung Sie schaut lange Als würde sie suchen Was man damals gesehen hat was man gefühlt hat dieses Fremdsein, diese Entscheidung die keine war weil alle Richtungen gleich waren.

00:18:16: Man schaut sie an Sie schaut zurück Gehen wir sagt sie man fragt wohin?

00:18:24: sie zeigt in dieselbe Richtung die man damals genommen hat.

00:18:29: man geht zusammen dieselbe richtung dieselbe straße dieselbe hitze aber nicht mehr.

00:18:37: allein Die Straße ist dieselbe, die Palmen sind dieselben, das Licht ist dasselbe.

00:18:45: Dieses Mittagslicht, das keine Schatten macht, Das überall ist, das nichts verschont Aber man isst nicht mehr fremd Man zeigt, man erklärt, man erzählt Das war dort, da bin ich abends entlang gegangen Da war der Pool, da war der Mann dem das Haus gehörte Der immer freundlich war der immer genickt hat.

00:19:10: Sie hört zu, sie geht, sie hält die Hand!

00:19:15: Die Hitze – diese Hitze, die man kennt, die Man damals täglich kannte, die Mann jetzt wiederkennt, die sie jetzt auch kennt zum ersten Mal.

00:19:26: Für sie ist das alles neu, für einen selbst isst es zurück.

00:19:33: Es ist merkwürdig an einem Ort zu sein den man kennt der einem gehört hat für eine Zeit, der jetzt mit jemandem geteilt wird.

00:19:42: Man hat Orte die nur einem gehören – Die Erinnerungen darin gehören nur einem!

00:19:48: Man war dort, niemand sonst war dabei.

00:19:52: Das ist etwas Besonderes diese alleinige Erinnerung dieser Ort, der nur in einem ist und dann bringt man jemanden mit Man teilt den Ort, man zeigt ihn, man erzählt und der Ort verändert sich.

00:20:10: Nicht der Ort selbst – die Erinnerung!

00:20:13: Die bekommt eine zweite Schicht — die neue Schicht, die heute ist über der Alten, die damals war.

00:20:22: Beide Schichten sind echt, beide gehören dazu.

00:20:26: Damals und Heute.

00:20:28: Allein und zusammen.

00:20:31: Die Kreuzung allein die Kreuzung mit ihr.

00:20:34: Beides ist Palm Springs, beides ist wahr!

00:20:39: Man braucht beides um zu verstehen was der Ort ist und zu verstehen, was man selbst isst.

00:20:48: Das ist das merkwürdige dieselbe Stadt dieselbe Hitze derselbe Mittag und doch zwei verschiedene Erfahrungen nebeneinander gleichzeitig.

00:21:01: Man geht durch diese Stadt Diese Stadt, die man kennt, die sie nicht kennt, Die Sie jetzt kennenlernt Durch die Augen, die Man ihr leid, durch die Geschichten, die Mann erzählt.

00:21:14: Hier war der Mann, Der jeden Morgen auf der Varanda saß, der immer genickt hat, Der nie mehr gesagt hat als Guten Morgen oder Good Morning und das hat gereicht!

00:21:27: Hier war die Frau, die einen Hund hatte einen kleinen Hund, der immer gebellt hat den man nie berührt hat.

00:21:34: Den man nur kannte vom Bällen.

00:21:37: Das sind keine wichtigen Erinnerungen das sind keine großen Geschichten aber es sind die Erinnerung die bleiben Die Kleinen, die Alltagsmomente, die man nicht aufgeschrieben hat, die einfach geblieben sind.

00:21:53: Sie hört zu sie fragt manchmal nach Hat der Mann mit der Varanda Familie?

00:22:00: Man weiß es nicht, man hat es nie gewusst.

00:22:03: Man hat ihn nur genickt!

00:22:06: Das ist auch Palm Springs – diese kleinen Begegnungen die keine waren, Diese Menschen, die man täglich sah und nicht kannte, Diese Einsamkeit, die keine Einsamheit war, weil man umgeben war.

00:22:21: Aber allein Sie schaut auf die Stadt von ihrer Seite Dieser Blick den man nicht kann Dieser erste Blick, dieses Sehen ohne Gewöhnung, ohne Erinnerung.

00:22:36: Ohne das damals, dass immer dazukommt!

00:22:39: Man sieht es wie sie schaut was sie sieht.

00:22:44: Sie sieht eine amerikanische Stadt ordentlich weitläufig diese breiten Straßen Diese Abstände zwischen den Dingen.

00:22:54: alles hat Platz hier Alles braucht ein Auto Alles ist für ein anderes Leben gemacht, nicht für ein europäisches Leben.

00:23:04: Für dieses Leben!

00:23:05: Für dieses Klima!

00:23:07: Für diese

00:23:08: Weite!".

00:23:10: Sie schaut auf die Berge – Die San Jacinto-Berge.

00:23:14: Man sagt «Das sind die San Jacinto-Berghe».

00:23:18: Sie wiederholt «San Jacinto» Schöner Name, sagt sie.

00:23:24: Man nickt.

00:23:26: Hat man sie mal hochgefahren?

00:23:27: fragt sie.

00:23:29: Man zögert.

00:23:30: Ja, sagt man einmal mit dem Leihwagen Da war noch Schnee oben im Mai.

00:23:37: Sie schaut einen an Im Mai, sagt sie.

00:23:42: Mann nickt Das erzählt man ihr Den Berg, den Toyota, den Schnee im Mai das Lachen in der Klimaanlage Allein auf dem Berg Mit der Heizung – im Mai!

00:23:55: Sie hört zu, sie lächelt, sie schüttet den Kopf.

00:23:58: Du hast das alles allein gehabt, sagt sie.

00:24:01: Man nickt jetzt nicht mehr – sagt sie Da müssen wir auch hochfahren, sagt Sie Irgendwann.

00:24:07: man nickt irgendwann.

00:24:09: Man geht durch diese Stadt, man zeigt, sie schaut, man erzählt, sie fragt Manchmal sagt sie nichts, manchmal sagt man Nichts.

00:24:19: Das Schweigen zwischen zwei Menschen die sich kennen Das ist kein unangenehmes Schweigen Das ist das Schweigen, dass passt Dass man nur hat wenn man jemanden kennt Wirklich kennt, man geht einfach.

00:24:31: Die Wüste Man hat sie vergessen oder fast in den Jahren danach.

00:24:35: Man hat an Parms Springs gedacht – An die Hitze, an die Kreuzung, an den Alltag.

00:24:40: Aber die Wüsthe?

00:24:42: Man fährt am Rand der Stadt Dort wo die Häuser aufhören dort wo die Wüsste beginnt.

00:24:47: Schau mal sagt man Sie schaut!

00:24:50: Die Wüsse diese Fläche dieses Braun und beisch und ockergelb Diese Stille dieser absolute Stille die keine Stadtgeräusche mehr hat, nur Wind vielleicht.

00:25:01: Nur Hitze!

00:25:02: Nur diese Weite, die keine Grenze hat außer den Bergen.

00:25:06: Wirklich, sagt sie direkt hinter der Stadt man nickt.

00:25:09: Direkt hinter der Statt kein Übergang.

00:25:12: Stadt Wüste Fertig Sie steigt aus.

00:25:15: Man steigt auch aus Die Hitze Diese Wüstenhitze, die draußen an der Stadt stärker ist weil keine Gebäude schützen Weil kein Schatten da ist.

00:25:24: Sie schaut auf den Boden Diese Erde Diese trockene, rissige Erde.

00:25:29: Sie macht einen Schritt – noch einen!

00:25:31: sie steht in der Wüste Buchstäblich in der wüste Hinter ihr?

00:25:35: Palm Springs Vor ihr?

00:25:37: Nichts.

00:25:38: diese Weite dieses braun diese Stille hinter der Stadt die man kannte, die sie jetzt auch kennt Das ist Amerika sagt sie leise Man nickt das ist Amerika das Parfüm.

00:25:49: Irgendwann in der Hitze wenn der Wind kommt diese eine Sekunde wo ein Windhauch geht und Ihr Parfum leicht im wüsten wind das war nicht damals dass gibt es nur jetzt.

00:26:00: das ist neu.

00:26:01: das gehört zu diesem mittag zu diesem palm springs dem zweiten.

00:26:05: man bleibt stehen man schaut sie an sie schaut zurück.

00:26:09: was fragt sie?

00:26:10: nichts sagt man.

00:26:12: sie lacht man sucht schatten.

00:26:14: das macht man hier.

00:26:15: das hat man damals gelernt.

00:26:17: schattensuchen mittags wenn die sonne am höchsten wenn nichts schützt.

00:26:22: Es gibt wenig Schatten in Palm Springs, die Palmen machen wenig Schaten zu dünn, zu hoch.

00:26:27: der Schatten liegt weit weg vom Stamm und bewegt sich.

00:26:31: man muss ihm hinterhergehen.

00:26:32: aber es gibt Ecken zwischen Gebäuden unter Vordächern wo die Sonne nicht hinkommt für ein paar Stunden.

00:26:39: Man kennt sie, man findet Sie, man setzt sich, sie setzt sich!

00:26:43: Man gibt ihr das Wasser, sie trinkt, man trink auch.

00:26:46: Wie war das?

00:26:47: fragt sie monatelang hier allein.

00:26:50: Man denkt, man denkt ehrlich.

00:26:52: Es war interessant", sagt man und manchmal lang.

00:26:55: Sie nickt.

00:26:56: sie versteht – sie kennt das Von eigenen Reisen von eigenen fremden Städten.

00:27:01: Sie hätte dasselbe gesagt Interessant Und manchmal lang.

00:27:04: Das ist eine ehrliche Antwort.

00:27:06: Nicht jeder gibt sie.

00:27:07: Nicht jeder gib zu Dass es manchmal lang war Dass Auslandsaufenthalte nicht immer leicht sind Dass man manchmal Heimweh hat Manchmal, nicht oft Aber manchmal.

00:27:17: Die Stunden der Mittagshitze die man kannte, die man wartete.

00:27:21: Die man irgendwie verbrachte – mit Arbeit, mit Lesen, mit Schlafen manchmal.

00:27:26: Diesem Mittagsschlaf den man hier gelernt hat, weil die Stadt mittags still stand, weil man selbst stillstand, weil es keinen Sinn hatte sich gegen die Sonne zu stellen.

00:27:36: Später!

00:27:36: Man sitzt irgendwo im Schatten.

00:27:38: Man hat Schatten gesucht, man hat ihn gefunden.

00:27:41: Irgendwo in dieser Stadt, die keinen Schatten hat oder wenig.

00:27:45: Sie trinkt, man trinkts.

00:27:47: Man schaut auf die Straße auf die Hitze, auf dieses Flirren das immer da ist.

00:27:51: Dass sie jetzt auch sieht, dass ihr jetzt auch kennt.

00:27:54: Der Abend kommt Die Hitze lässt nach Nicht viel Aber ein bisschen Genug um wieder draußen zu gehen Ohne sofort zu schwitzen Fast!

00:28:03: Man geht nochmal raus Zu zweit Abends durch Palm Springs.

00:28:07: Das ist neu Das hat man damals nicht gehabt.

00:28:10: Diesen Abend zu zweit Dieser Abend war immer allein Die Straßen sind belebter.

00:28:14: Jetzt Die Menschen kommen raus, wenn die Sonne tiefer steht, wenn es erträglicher wird.

00:28:31: Man schaut auf die Berge, man schaut auf sie.

00:28:48: Gut dass wir hier sind", sagt sie.

00:28:50: Man nickt gut sehr gut viel besser als erwartet.

00:28:53: Man hätte es nicht erwartet das man zurückkommt Das man zurück kommt mit ihr Dass dieser Ort einen zweiten Teil bekommt.

00:29:01: Aber manchmal bekommen Orte zweite Teile.

00:29:04: Manchmal kehrt man zurück Mit jemandem und zeigt Und der Ort wird neu ohne Neu zu sein.

00:29:11: Das kann ein Ort.

00:29:12: Wie war es damals wirklich?

00:29:14: fragt sie.

00:29:14: Man denkt, man denkt kurz.

00:29:16: Gut, sagt man und schwer Beides.

00:29:19: Sie nickt, sie versteht Die Stadt hat sich verändert.

00:29:23: Vielleicht Man weiß es nicht genau.

00:29:25: Manche Dinge sehen anders aus.

00:29:27: Manche sind weg, manche sind neu Aber die Kreuzung ist noch da Die vier Richtungen sind noch da Alle gleich heiß.

00:29:35: Die Nacht in Palm Springs – man kennt sie.

00:29:37: Man hat viele Nächte hier gehabt allein Manche gut, manchen lang Manche still, manche laut.

00:29:44: Manche in denen der Mond so hell war dass man nicht schlafen konnte.

00:29:48: Draußen die Grillen dieses Zirpen das man nicht kennt von zu Hause Das Exotisch war am Anfang das man dann nicht mehr hörte Dass zu Palm Springs gehört wie die Hitze Die Klimaanlage drinnen Dieses Soren Diese zwei Geräusche die man kannte Manche In denen man an Zuhause gedacht hat An die Schlei An Norddeutschland An das was man kankte.

00:30:11: Diese Nacht ist anders, diese Nacht hat sie.

00:30:13: Diese Nacht is der zweite Teil – Der Teil für den er erste notwendig war.

00:30:18: Man musste erst allein hier sein, man musste erst die Kreuzung kennen, diese Richtungen, dieser Einsamkeit.

00:30:25: Dann erst konnte man zeigen, dann erst konnte sagen Welche hast du damals genommen?

00:30:30: Sie schläft ihr Atem ruhig tief!

00:30:34: Man liegt und schaut an die Decke, man denkt an die Kreuzung, an ihre Frage an die Richtung, die man gezeigt hat.

00:30:40: An das Gehen zusammen – dieselbe Richtung aber nicht mehr allein!

00:30:44: Man schläft.

00:30:45: draußen ist Palm Springs.

00:30:47: Die Nacht is warm Nicht heiß Warm.

00:30:50: Diese Wüstennacht Die Kühler ißt als der Tag Die Atmet.

00:30:54: Die Kreuzung liegt still.

00:30:56: Vier Richtungen Niemand geht Um diese Zeit geht niemand noch in den Mauern, aber nicht mehr an die Entscheidung, die keine war.

00:31:41: An das Fremd sein!

00:31:43: Und man denkt an heute – an diese Kreuzung, an der man stand nicht allein mit ihr, an ihre Frage, welche hast du damals genommen?

00:31:53: An die Richtung, die man gezeigt hat dieselbe, an das Gehen zusammen.

00:32:00: Das ist dasselbe und völlig anderes.

00:32:03: Das ist Palm Springs beides, das erste und das zweite Der Mittag allein und der Mittag mit ihr.

00:32:12: Beide gehören dazu, beide waren notwendig.

00:32:16: Ohne das Erste kein Zweites, ohne die Kreuzung allein keine Kreuzungen zusammen!

00:32:23: Ohne die Monate allein kein zeigen, ohne dass Fremd sein kein Heim kehren.

00:32:29: Sie schläft – man liegt noch, man ist nicht müde oder man isst müde aber der Kopf schläft nicht.

00:32:37: Der Kopf macht noch, der Kopf geht nochmal durch den Tag.

00:32:41: Wie er das macht?

00:32:42: Nachts wenn man eigentlich schlafen sollte aber noch nicht kann!

00:32:48: Die Wohnung Das Büro Jack in the Box die Wüste hinter der Stadt Die Kreuzung Ihre Frage Die Richtung die man gezeigt hat.

00:32:59: Man würde es nochmal tun Ohne zu zögern.

00:33:02: Alles Die Monate allein Die Einsamkeit manchmal Die langen Abende den Pool, wenn es abends kühler war – das Joggen in Runden – die Kreuzung ohne Entscheidung.

00:33:15: Weil es dahin geführt hat hierher zu dieser Nacht, zu ihr, zu ihrer Frage, welche hast du damals genommen?

00:33:24: Zu diesem Zeigen, zu diesem Gehen zusammen, in dieselbe Richtung aber nicht mehr allein!

00:33:32: Das war der Punkt, das war immer der Punkt sondern das zusammen.

00:33:39: Ihr Parfum im Wüstenwind, leicht in dieser Nacht, In dieser Stadt die man kannte und jetzt zusammen kennt, Die man geteilt hat, die man ihr gegeben hat Für diesen einen Tag, für diesen einen Mittag, Für diesen Abend danach, für diese Nacht – Für alle Male wenn man später an Palm Springs denkt Das bleibt!

Neuer Kommentar

Dein Name oder Pseudonym (wird öffentlich angezeigt)
Mindestens 10 Zeichen
Durch das Abschicken des Formulars stimmst du zu, dass der Wert unter "Name oder Pseudonym" gespeichert wird und öffentlich angezeigt werden kann. Wir speichern keine IP-Adressen oder andere personenbezogene Daten. Die Nutzung deines echten Namens ist freiwillig.